Arbeitnehmerähnlichkeit
Vermutlich wissen die meisten in Deutschland nicht, was der Begriff Arbeitnehmerähnlichkeit bedeutet. Es gibt vage Vorstellungen davon, dass es irgendwie Arbeitnehmende sind, oder wie eine Frau in einer Mini-Umfrage sagte: „Dass es etwas ist, was nicht ganz koscher ist, und dass es dann eben keine festen Arbeitnehmer sind, sondern irgendwie halt etwas Ähnliches, die nicht genug abgesichert sind.“ Und das trifft es schon ganz gut. Oder wie eine andere sagte: „halb selbstständig.“ Irgendwie eben dazwischen.
Auch Solo-Selbstständige wissen womöglich nicht, dass sie in den Status der Arbeitnehmerähnlichkeit gelangt sind. Denn diesen Status müssen sie sich erst erarbeiten – wie Luisa. Sie ist 30 Jahre alt und arbeitet seit 2019 für Deutschlandfunk Nova. Sie startete als freie Mitarbeiterin wie viele andere, dass sie mit der Zeit den Status der Arbeitnehmerähnlichkeit erreichen kann, war ihr damals gar nicht klar: „Der Begriff arbeitnehmerähnlich ist mir tatsächlich überhaupt nicht über den Weg gelaufen, bevor ich bei Deutschlandfunk Nova angefangen habe.“ In ihrer zweiten Dienstwoche sagte ihr ein Kollege beim Mittagessen in der Kantine, dass sie demnächst arbeitnehmerähnlich sein wird. Was das für sie eigentlich bedeutet, musste sie erst einmal herausfinden.

