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Good-Practice – Interessenvertretung ​

ver.di Selbstständige ​

ver.di setzt sich seit ihrer Gründung 2001 für die berufs- und branchenübergreifende Interessen und Themen von Solo-Selbstständigen aus den Wissens- und Dienstleistungsberufen ein. Hierbei handelt es sich um Themen der Altersvorsorge, der sozialen Sicherung, um Honorare oder Fragen des europäischen Wettbewerbsrecht sowie Konflikte mit Auftraggeber*innen. Die Gewerkschaft vertritt die diesbezüglichen Positionen ebenso gegenüber der Politik.

ver.di informiert und unterstützt Solo-Selbstständige durch den Ratgeber Selbstständige unter anderem zu Statusfragen, sozialer Sicherung, steuerlichen Fragen, Urheberrecht und Gesundheit.

Darüber hinaus bietet ver.di die individuelle berufliche kollegiale Beratung an. Hierüber habt ihr die Möglichkeit euch von erfahrenen selbstständigen Kolleg*innen zu beruflichen Fragen beraten zu lassen.

Bundesverband Vereinbarkeit ​

Der Bundesverband Vereinbarkeit ist ein übergreifender Zusammenschluss von engagierten Personen und Organisationen. Der Bundesverband setzt sich für eine individuelle Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Pflege und Privatleben ein. Das angestrebte Ziel ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Care-Arbeit zu verbessern. Hierzu tritt der Bundesverband mit Vertreter*innen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Kontakt. Mit diesen werden an Round Tables Lösungen auf kommunaler Ebene erarbeitet. Der Bundesverband fordert einen verbesserten Mutterschutz für Solo-Selbstständige sowie eine Erhöhung des Elterngeldes, was solo-selbstständigen Eltern zugutekäme.

Good Practice - Streik und Tarifvertrag ​

Anne-Frank-Zentrum Berlin ​

Feste und freie Mitarbeiterinnen des Anne-Frank-Zentrums in Berlin erkämpften auch durch 2018 und 2019 gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen. Mit Unterstützung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di konnte für die freien Mitarbeiterinnen eine Rahmenvereinbarung erreicht werden, die unter anderem höhere Honorare und Ausfallshonorare im Krankheitsfall festschrieb. Auch 2023 erkämpften sie gemeinsam - auch durch Streik - einen verbesserten Tarifvertrag. Für die Freien des Anne-Frank-Zentrums konnten höhere Honorare erstritten werden.

Streik beim Norddeutschen Rundfunk 2024 ​

Mit Unterstützung von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di konnte 2024 beim NDR für feste und freie Mitarbeiterinnen Gehalts- und Honorarsteigerungen erstritten werden. Zudem konnte eine bessere soziale Absicherung für freie Mitarbeiterinnen erreicht werden. Vor allem die Vereinbarungen für freie Mitarbeiterinnen ließen aufhorchen. Die Honorare für Freie, die seit 15 Jahren nicht erhöht wurden, stiegen deutlich. Zudem konnte eine Honorarfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag erreicht werden. Freie Mitarbeiterinnen waren stark an dem Ablauf der Tarifverhandlungen beteiligt.

Good Practice – Petition ​

Petition „Gleiche Rechte im Mutterschutz für selbstständige Schwangere“ ​

Im Jahr 2022 initiierte die selbstständige Tischlermeisterin Johanna Röh die Petition „Gleiche Rechte im Mutterschutz für selbstständige Schwangere“. Sie reichte mit drei weiteren Frauen die Petition beim Petitionsausschuss des Bundestags ein:

In kurzer Zeit erreichte diese ein Quorum von 111.794 Unterschriften. Hieraus resultierte eine Anhörung im Petitionsausschuss. Das Anliegen fand parteiübergreifend Resonanz. Durch ein fraktionsübergreifendes Votum wurde die Petition im Mai 2023 der Regierung zur Berücksichtigung übergeben.

Hieran anschließend gründete sich die Initiative „Mutterschutz für Alle! e. V.“. Das Ziel ist es, Gesundheitsschutz, Chancengerechtigkeit und Gleichstellung für schwangere Selbstständige gesetzlich zu verankern. Hintergrund dessen ist, dass der gesetzlich verankerte Mutterschutz ausschließlich für Angestellte und nicht für selbstständige Frauen gilt.

Um dem Anliegen mehr Druck zu verleihen und Kräfte zu bündeln, wurde verbandsübergreifend das „Bündnis für den Mutterschutz für Selbstständige“ gegründet.

Good Practice – Mikro Kampagne ​

Mutterschutz für alle! e. V. ​

Die Initiative von Johanna Röh ist nicht nur ein sehr gutes Beispiel, wie eine Petition an den Bundestag Erfolg haben kann, sondern auch, wie engagierte Solo-Selbstständige einen an Bedarfen und persönlichen Erfahrungen ausgerichteten Social-Media-Kanal gestaltet, der Nahbarkeit und Authentizität ausstrahlen.

Auf dem Instagram-Kanal informiert die Initiative zu der Thematik rund um Mutterschutz und Solo-Selbstständigkeit aus der Perspektive von betroffenen Müttern. In der Kategorie "Selbstständigen Bullshit Bingo" wird mit Vorurteilen und Floskeln aufgeräumt.

Good Practice – Kreative Aktionen ​

Critical Mass - Fahrradaktion - "Arsch hoch für die Rente" ​

Im Juni 2017 plante die ver.di-Bundeskommission Selbstständige in Zusammenarbeit mit den Berliner Selbstständigen eine Critical Mass Fahrradaktion. Sie drehten beginnend von der ver.di-Zentrale mehrere Schleifen und kamen bei mehreren Stopps mit Passanten ins Gespräch. Hierbei wurden Sattelüberzieher mit dem Motto "Arsch hoch für die Rente" verteilt. Die Solo-Selbstständigen schmückten ihre Räder mit unterschiedlichen Sprüchen. Der Aktionstag wurde mit einem Grillabend beendet.

K & K - Streiklokal - Bündnis Kunst und Kind München ​

Die Initiative "K & K - Bündnis Kunst und Kind München" ist ein Zusammenschluss von Bildenden Künstlerinnen, die sich für die Interessen von kunstschaffenden Eltern einsetzt und im bundesweiten Verband mit vielen anderen zusammenarbeitet. Die Initiative veranstaltete vom 6. bis 13. März 2024 das "K & K -Streiklokal". Dies war als performative künstlerische Intervention angelegt. Die Künstlerinnen wurden eingeladen, demonstrativ nichts zu tun, um unter anderem auf ihre schlecht Bezahlung hinzuweisen. Zudem sollten herkömmliche Mechanismen und Regeln gewerkschaftlichen Streiks hinterfragt und ad absurdum geführt werden. Da den dort streikenden Künstlerinnen die Vorteile eines gewerkschaftlichen Streikes nicht zustehen, wurde im Vorfeld eine Spendenaktion gestartet, um die streikenden Künstlerinnen zu bezahlen.

Mehr Beispiele für Good Practice ​

Ihr engagiert euch auch für bessere Erwerbsbedingungen für Solo-Selbstständige und wollt davon erzählen? Wir möchten mehr erfahren und euer Engagement sichtbar machen! Kontaktiert uns!