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Wer vertritt die Interessen solo-selbstständiger Eltern? ​

Wie gelingt solo-selbstständig erwerbstätigen Eltern die Vernetzung – neben dem eigenen Berufsalltag und der von ihnen zu leistenden Sorgearbeit in ihrer Familie? Wer vertritt die Interessen solo-selbstständiger Eltern?

Wie können die Erfahrungen, die viele solo-selbstständigen Eltern gleichermaßen machen, füreinander und für die Gesellschaft sichtbar gemacht macht werden?

Häufig sind Interessenvertretungen für Mitglieder mit unterschiedlichem Erwerbsstatus zuständig, d.h. sowohl für abhängig Beschäftigte als auch für selbstständig Erwerbstätige. Mit dem jeweiligen Erwerbsstatus ergeben sich z.T. sehr unterschiedliche Themen und Bedarfe – für die Mitglieder wie für ihre Interessenvertretungen. Interessenvertretungen können ihre solo-selbstständigen Mitglieder nur angemessen vertreten und unterstützen, wenn sie um deren Lebens- und Arbeitsbedingungen wissen. Sie sind darauf angewiesen, Informations-, Austausch- und Vernetzungsbedarfe von ihren Mitgliedern zu erfahren. Daher empfehlen wir allen Solo-Selbstständigen den Kontakt zu bestehenden beruflichen und politischen Interessenvertretungen zu suchen, bestehende Angebote, Unterstützungs- und Vernetzungsstrukturen sowie Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitbestimmung zu erfragen und einzufordern.

Die Herausforderungen und Probleme, die Solo-Selbstständige als Eltern erleben, nehmen sie häufig als individuell und privat wahr – sie sind jedoch eng mit ihrem Erwerbsstatus verknüpft, also strukturell verankert, und dadurch auch nur bedingt auf individueller Ebene zu lösen.

Um diese strukturellen Probleme sichtbar zu machen und zum Besseren zu verändern braucht es starke Bündnisse, die von vielen Stimmen getragen werden.

Wir möchten an dieser Stelle auf Initiativen und Bündnisse hinweisen, denen es gelungen ist, individuelle Erfahrungen von Vielen als strukturelles Problem sichtbar zu machen. Dieses soziale Engagement, das neben der selbstständigen Erwerbsarbeit und der Sorgearbeit in der Familie häufig eine zusätzliche Herausforderung darstellt, soll hier gewürdigt werden und zugleich Mut machen, aktiv zu werden.

Ohne den Austausch mit anderen über die steigende Frustration und Hilflosigkeit gegenüber äußeren Bedingungen, die die Bedürfnisse von Eltern und Kindern nicht berücksichtigen und die berufliche und persönliche Existenz von solo-selbstständigen Eltern und ihren Familien gefährden, wären diese Erfolge nicht möglich.   Wer Erfahrungen mit sozialem Engagement gesammelt hat, weiß: strukturelle Veränderungen brauchen neben zahlreichen Unterstützer*innen auch viel Zeit, Mut und Kreativität. Gemessen an den Veränderungen, die für verbesserte Arbeits- und Lebensbedingungen solo-selbstständiger Eltern insgesamt erreicht werden müssten, sind die erzielten Erfolge kleine Schritte.

Einen großen Erfolg können engagierte solo-selbstständige Eltern allerdings für sich gemeinsam verbuchen: Die Arbeits- und Lebensbedingungen solo-selbstständiger Eltern werden von der Öffentlichkeit inzwischen wahrgenommen, die bestehenden Strukturen und Verantwortlichkeiten werden zunehmend hinterfragt. Es wird erkannt, dass durch die Auswirkungen der strukturellen Benachteiligung von Frauen und Müttern – insbesondere als solo-selbstständig Erwerbstätige - nicht nur ihnen persönlich, sondern auch unserer gesamten Gesellschaft ein empfindlicher wirtschaftlicher Schaden entsteht (Gröninger/Hornschus 2004).