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Welche Akteure betreiben Lobbying? ​

Mit Lobbying werden vor allem wirtschaftliche Akteure assoziiert. Dies greift aber zu kurz. Interessenvertretung findet in allen Bereichen der Gesellschaft statt.

Beispiele für Interessengruppen/Lobbyisten:

  • Interessenverbände: Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften oder Umwelt- und Verbraucherverbände
  • Nichtregierungsorganisationen (NGOs): Vereine, kirchliche Organisationen, Umweltorganisationen oder Bürgerinitiativen
  • Soziale Bewegungen, z.B. „Fridays for Future“
  • Public-Affairs-Agenturen
  • „Think Tanks“ und andere Forschungsinstitute
  • Staatliche Akteure: Kommunen, Bundesländer oder Bundesministerien (Werbung um Fördergelder internationaler Organisationen oder Austragungsorte sportlicher Großereignisse)
  • Mitglied von Expert*innenkommissionen: Vertreter*innen von Verbänden, Vereinen oder auch von Gewerkschaften

Die unterschiedlichen Interessengruppen besitzen eine wichtige Vermittlerfunktion zwischen den Bürger*innen und der Politik. Politiker*innen besitzen nicht in allen Bereichen das nötige Fachwissen – Interessenvertreter*innen indessen schon.

Auch eine kleine Gruppe beziehungsweise Initiative kann etwas bewirken, und zwar durch das Schaffen von Sichtbarkeit ihrer Themen und Belange in der Öffentlichkeit.

Falls gesellschaftliche Gruppen hinsichtlich der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht zur Lobbyarbeit in der Lage sind, existiert die Möglichkeit, Lobbyagenturen zu beauftragen.

Arten des Lobbying ​

Es werden zwei Arten des Lobbying unterschieden:

  • direktes Lobbying: Hierbei wird die Politik oder die Verwaltungen direkt angesprochen.
  • indirektes Lobbying: Interessengruppen beeinflussen zunächst Medien und die Öffentlichkeit, also den vorpolitischen Raum, was schlussendlich auf Politik und Verwaltung einwirkt.
  • Im Vorfeld des Gesetzgebungsprozesses können sich somit Interessengruppen einbringen, indem sie ihre Themen in der Öffentlichkeit platzieren und sie damit sichtbar machen.